Bitkom zum heutigen Auto-Gipfel im Kanzleramt

  • Berg: „Ein guter Elektromotor allein wird der deutschen Autoindustrie ihre weltweite Spitzenposition nicht sichern“

Berlin, 04. November 2019 - Zum heutigen Auto-Gipfel im Bundeskanzleramt erklärt Bitkom-Präsident Achim Berg:

„Alle Lebensbereiche verändern sich durch die Digitalisierung grundlegend, und so muss sich auch das Auto verändern. Über die Zukunft der Automobilbranche entscheidet nicht nur die Antriebsart. Der Elektromotor allein wird der deutschen Autoindustrie ihre weltweite Spitzenposition nicht sichern. Wir brauchen intelligente, vernetzte Fahrzeuge, die Staus vermeiden und insbesondere die schwächsten Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger und Radfahrer vor Unfällen schützen. Die Automobilhersteller haben sich auf den Weg zu Mobilitätsanbietern gemacht und diese Entwicklung muss die Politik flankieren und vorantreiben. Notwendig sind dazu ebenso eine rasche und konsequente Digitalisierung der Verkehrsinfrastruktur sowie das Bereitstellen vorhandener Daten über Verkehrsströme. Wenn wir die Automobilindustrie als Säule der deutschen Wirtschaft erhalten wollen, brauchen wir hierzulande die weltweit besten Rahmenbedingungen für das vernetzte und autonome Fahren.

Wir müssen Mobilität völlig neu denken. Die Zukunft der Mobilität liegt in der Vernetzung verschiedener Verkehrsträger. Dies gelingt nur mit digitalen Plattformen, die Echtzeitinformationen über die verschiedenen Mobilitätsangebote liefern. Automobilhersteller, Zulieferer und Startups dürfen nicht gezwungen sein, zur Erprobung von autonomen Fahrzeugen ins Ausland zu gehen – und am Ende dort zu bleiben. Im Gegenteil: Unser Ziel muss sein, alle klugen Köpfen, die sich mit autonomem Fahren beschäftigen, nach Deutschland zu holen.

Elektroautos sind eine Möglichkeit, vergleichsweise rasch den CO2-Ausstoß zu reduzieren und sie finden bei den Bürgern schon heute breite Akzeptanz. Die Hersteller sind gefordert, nicht mehr nur einzelne Vorzeigemodelle voranzutreiben, sondern E-Fahrzeuge für jeden Bedarf anzubieten. Entscheidend ist aber vor allem, dass wir schnell eine flächendeckende Ladeinfrastruktur schaffen und unsere Stromnetze digitalisieren, um eine entsprechende Nachfrage auch befriedigen zu können.“

Nach einer aktuellen Bitkom-Umfrage zur Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA)…

  • sagen 47 Prozent der Bundesbürger, dass sie sich vorstellen können, ein Elektroauto zu kaufen.
  • Kritisieren jeweils rund zwei Drittel zu geringe Reichweite (68 Prozent) und zu wenig Ladesäulen (67 Prozent).
  • geben zwei Drittel (69 Prozent) an, ihr Interesse an E-Autos würde steigen, wenn die Politik den flächendeckenden Ausbau von Ladesäulen vorantreiben würde.
  • Glaubt rund jeder zweite Bundesbürger (48 Prozent), dass sich 2030 die Marktanteile heute bekannter Autohersteller durch Elektroautos massiv verschoben haben werden.

Weitere Ergebnisse zur Einstellung der Bundesbürger zur E-Mobilität und zum Auto sind online verfügbar unter www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Auto-Zukunft-spaltet-Deutschen

Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1.004 Personen ab 16 Jahren in Deutschland telefonisch befragt. Die Umfrage ist repräsentativ.